
Demokratie ist kein selbstverständliches Gut. Es musste über Jahrhunderte erarbeitet und muss gerade heute wieder verteidigt werden. Die als Salzburger Bauernkrieg bekannten Aufstände der Salzburger Bergleute und Bauern fanden 1525 und 1526 statt. Sie waren ein Versuch der Zivilbevölkerung, sich gegen die religiöse und weltliche Vorherrschaft des Kardinal-Erzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg aufzulehnen.
Barbara Holub beschäftigt sich in ihren Werken oft mit gesellschaftspolitischen Themen und urbanen Transformationsprozessen. Ihre künstlerische Praxis bezeichnet Holub als „stillen Aktivismus“. Dafür schafft sie performative Situationen – oft im öffentlichen Raum. Viele ihrer Werke sind leise, beharrlich und nachhaltig. WANN WENN NICHT JETZT fragt nach der Dringlichkeit von Handeln heute und zu welchen Themen wir uns wie engagieren wollen.
Fahnen dienen in Aufständen oder Aufmärschen der Orientierung, Zugehörigkeitsbekundung und Kommunikation von Forderungen und sind meist männlich konnotiert. In Kooperation mit dem Museum Vogtturm organisierte Holub drei Workshops, in denen mit den Teilnehmer:innen die „Plaisir-Plissée-Fahne“ entstand. Dieses Objekt nimmt weiblichen – und durch die Farbgestaltung auch diversen – Schwung auf. Das Thema FREUDE wird als Grundlage für kollektives Engagement in den Vordergrund gestellt. Als positive Form des Widerstandes setzt sich die FREUDE somit der gefühlten Ohnmacht entgegen, mit der viele von uns in Bezug auf die aktuelle politische Situation und die patriarchal geführten Kriegsdynamiken konfrontiert sind.
Die Fahne wird im Rahmen einer performativen Prozession im Sinne des von Barbara Holub geprägten „stillen Aktivismus“ zum Vogtturm getragen und – begleitet vom leisen Klang sich öffnender und schließender Fächer – gehisst. Besucher:innen und Bewohner:innen sind eingeladen, die an die Fahne angehängten Stoffbänder durch neue auszutauschen. So können sie vorformulierte und eigene Aussagen darüber, was Freude bereiten kann, beitragen. Der Fokus des Projektes liegt nicht auf Protest gegen etwas; vielmehr sind wir alle aufgerufen, ein positives Zeichen für Gemeinschaft zu setzen. (Tina Teufel)
Nähere Informationen zur Künstlerin finden Sie unter: Barbara Holub
Mehr zum Projekt erfahren Sie in einer spannenden Radiosendung mit Caroline Kaindl: Wann wenn nicht jetzt – Flagge zeigen