Michael Gruber – der Wendehals
Der Aufstieg vom Rebellen zum wohlhabenden landesfürstlichen Beamten

Michael Gruber war ein Gewerke (Bergbauunternehmer), der vor 1525 eine Beteiligung am Bergbau Jufen bei Kitzbühel hatte. Die Vermutungen, dass er aus Bramberg im Pinzgau stammt, konnten bisher nicht bewiesen werden.
Am 3. Juli 1525 besiegten die Salzburger Aufständischen, die Michael Gruber zum Feldhauptmann gewählt hatten, zusammen mit den steirischen Bauern und Bergknappen, das Herr des steirischen Landeshauptmanns Sigmund von Dietrichstein in Schladming. Dieser Sieg gilt als größter Erfolg, den die Aufständischen im gesamten Deutschen Bauernkrieg je erringen konnten.

Dabei erwies Gruber sich als schlauer und geschickter Stratege. In weiterer Folge konnte er Stellungen der Aufständischen halten. Ende Juli 1525 wurde aber Kaspar Praßler zu ihrem obersten Feldhauptmann gewählt. Man wollte sich auf die Region Salzburg konzentrieren, das Eingreifen Grubers in der habsburgischen Steiermark wurde hinterfragt. Im darauffolgenden Sommer kam der Aufstand zum Stillstand. In der Folge wurde ein brüchiger Waffenstillstand vereinbart.

Gruber selbst verübte Ende November 1525 einen Totschlag. Nach der Tat wurde ihm im Kloster St. Georgenberg nahe Schwaz Asyl gewährt. Der Tiroler Erzherzog war darüber nicht begeistert, er befürchtete neue Aufstände. Gruber konnte allerdings nicht mehr festgenommen werden, da er bereits nach Kirchberg im Brixental, damals salzburgerisches Gebiet, geflohen war.

Der Feldhauptmann der Aufständischen und wegen Totschlags gesuchte Gruber war also vom Salzburger Erzbischof Matthäus Lang „in Gnaden aufgenommen und mit dem Kommando über eine kleine erzbischöfliche Truppe betraut worden“ (zit. nach F. Koller).

Michael Gruber kämpfte nun im Schwäbischen Bund erfolgreich gegen die Bauern. Auch hier erwies er sich als genialer Stratege. Schlussendlich wurde das Bauernheer am 1. Juli 1526 vernichtend bei Zell am See geschlagen.

Für Michael Gruber zahlte sich der der Lagerwechsel aus. Bereits am 19. August 1526 erhielt er vom Salzburger Erzbischof das Berggericht im Brixental. Am 24. Dezember 1527 wurde ihm auch noch das Berggericht im Oberpinzgau verliehen. Seine Einkünfte waren mehr als gesichert, Fritz Koller spricht in der Chronik von Bramberg von einer außergewöhnlichen Besoldung. Ab dieser Zeit ist Michael Gruber in Bramberg – u.a. durch den Erwerb eines Hauses – nachzuweisen. Er starb 1553, das Haus hinterließ Gruber seiner Tochter Rosina.

Text: Waltraud Moser-Schmidl

Literatur:

Koller, Fritz: Bramberg und Bramberger im Bauernkrieg 1525/26 – Michael Gruber. In:  Hönigschmid, Hans: Bramberg am Wildkogel, 1993, 488-496.